Falk Preise
Wels, 13. Juni 2025 – Im Rahmen der 58. ÖGGH-Jahrestagung in Wels wurden der renommierte Dr. Falk Preis und der Falk Jungforscher*innen Preis 2025 verliehen. Die Auszeichnungen gingen an 2 herausragende Forscher, deren Arbeiten das Potenzial haben, die Diagnostik und Behandlung von Leber- und Darmerkrankungen zu verbessern.
Innovative Leberdiagnostik ohne Biopsie
Den Dr. Falk Preis 2025 erhielt DDr. Mathias Jachs für seine Studie zur schmerzfreien Diagnose von Leberzirrhose. Seine Forschungsarbeit "Spleen stiffness measurement by vibration-controlled transient elastography at 100 Hz for non-invasive predicted diagnosis of clinically significant portal hypertension in patients with compensated advanced chronic liver disease: a modelling study" wurde im hochrangigen Fachjournal The Lancet Gastroenterology & Hepatology veröffentlicht (Jachs, Mathias et al. Vol. 9,12 (2024): 1111-1120. doi:10.1016/S2468-1253(24)00234-6).
Die Studie, die 407 Patient*innen aus 16 europäischen Zentren umfasste, zeigt eine Diskriminationsfähigkeit von ca. 90 Prozent für klinisch relevante portale Hypertension (AUC: 0,889 bzw. 0,906). Diese nicht-invasive Methode könnte die belastende Leberbiopsie in vielen Fällen überflüssig machen und ermöglicht Patient*innen eine schmerzfreie Untersuchung ohne Risiken.
Mikrobiom-Forschung eröffnet neue Therapieansätze
Der Falk Jungforscher*innen Preis 2025 wurde an Dr. Valeria Wagner von der Medizinischen Universität Innsbruck verliehen. Die Nachwuchsforscherin wird in ihrem Projekt"Microbiome–Host Interactions in Inflammatory Bowel Disease and MASLD: Unveiling the Role of Apelin as a Central Mediator" untersuchen, wie Darmbakterien über das Molekül Apelin chronisch-entzündliche Darmerkrankungen beeinflussen. (MASLD steht für „Metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease“ – eine neue, international empfohlene Bezeichnung für die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung.)
Das Forschungsprojekt verspricht neue, personalisierte Therapieansätze, die gezielt das Mikrobiom beeinflussen und innovative Behandlungsoptionen für Patient*innen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ermöglichen könnten.
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Fokus
Die Preisverleihung fand während des Gala-Abends der 58. ÖGGH-Jahrestagung unter der Leitung von Kongresspräsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Harald Hofer statt. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei auch der young ÖGGH, der Nachwuchsorganisation der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie. Die Auszeichnungen unterstreichen die Bedeutung der Nachwuchsförderung im Fachgebiet Gastroenterologie und Hepatologie. Sowohl die etablierte Forschung als auch die vielversprechenden Zukunftsprojekte zeigen, wie wichtig die Unterstützung junger Wissenschaftler*innen für den medizinischen Fortschritt ist.
Bedeutung für die Patient*innenversorgung
Der Dr. Falk Preis und der Falk Jungforscher*innen Preis, die von der Dr. Falk Pharma GmbH gestiftet werden, würdigen jährlich herausragende Leistungen in der Gastroenterologie und Hepatologie. "Beide ausgezeichneten Arbeiten haben das Potenzial, die Versorgung von Patient*innen mit Leber- und Darmerkrankungen zu verbessern", erklärt Geschäftsführerin DI Petra Schlösser.
Die Forschungsergebnisse von DDr. Jachs sind bereits in der klinischen Praxis anwendbar, während Dr. Wagners Projekt neue Horizonte für die Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen eröffnet. Beide Arbeiten spiegeln die Innovationskraft der österreichischen Gastroenterologie und Hepatologie wider.
Über den Dr. Falk Preis und den Falk Jungforscher*innen Preis
Der Dr. Falk Preis und der Falk Jungforscher*innen Preis werden jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen in der Gastroenterologie und Hepatologie verliehen. Der Dr. Falk Preis würdigt bereits abgeschlossene Forschungsarbeiten von hoher klinischer Relevanz, während der Jungforscher*innen Preis vielversprechende Nachwuchswissenschaftler*innen und ihre zukünftigen Projekte auszeichnet.